Zeit
heldenzeit.

ein bisschen leer fühl ich mich grad. seltsam. hab heute die führerschein-theorieprüfung bestanden. nachdem ich die nacht durchgemacht hatte, weil ich vorher noch nichts gelernt hab. der stolz, der hochmut, der unterdrückte. wofür andere sich eine woche zeit nehmen, das mach ich in einer nacht. wem will ich was beweisen? richtig, nur mir. mir alleine. will mir zeigen, dass die schärfe meines verstandes der erschöpfung meines körpers trotzt und trotzdem höchstleistungen erzielt. schwachsinnig. der verdammte stolz. mein verstand bringt mich noch irgendwann um, wenn mich nicht vorher mein herz um den verstand bringt... aber...bestanden. froh war ich, beinahe euphorisch, ziemlich überdreht, was sich nicht zuletzt auch auf den übermäßigen kaffeekonsum zurückführen lässt. gut gelaunt nach dieser erneuten bestätigung meines egos. nein, natürlich war es nicht nur das... vor der prüfung noch "drive" von incubus gehört, unmittelbar danach "heldenzeit". zu hause die ganze cd. heldenzeit. holland 2006. wow. einfach nur gut gelaunt. das ist mir lange nicht mehr passiert. viel telefoniert, lange telefoniert. gemeinsam beschlossen, dass der sommer zurückkommen muss. zumindest für eine woche. mit der insel gesprochen. viel gelacht. die distanz verfliegt im nichts, wenn die stimme so nah ist. unglaublich. mit freunden aus der schule geredet. gelacht, noch so weit weg... wäre grade auch gern weit weg. weit. am meer. solches fernweh. angst davor, dass die zeit vergeht, die sommerferien sich dem ende neigen. ich will doch wegfahren... ans meer. nach...wohin-du-willst. nach irland. will gar nicht daran denken. wie herrlich... stattdessen ein "miri, was würd ich nur ohne dich machen..." eine schwache, zitternde hand, die nach der meinen greift, seine augen geschlossen, meine füllen sich mit tränen- wie jedesmal, wenn ich mit der realität konfrontiert werde. hit the ground, make a heavy sound. der boden der tatsachen, der kalte, harte boden. gravity- no escaping. "miri, ich brauch dich". heldenzeit. ich bin leider keiner, dafür bin ich zu schwach... so...would you please be my hero? heldenzeit. die cd musste den counting crows weichen. dementsprechend fühle ich mich. I miss you, I guess that I should. aber das allein ist es nicht... leer. einfach nur...leer. it's raining in baltimore. everything else is the same... I wish it was a small world. was ist denn eigentlich... mit den monstern, mit denen man besser nicht alleine bleibt...leider noch nie was von nem drachentötertelefonservice gehört...ist jemand da, wenn dein flügel bricht? der ihn für dich schient, der dich beschützt... ?kannst du mein monster halten, kannst du? ich bin kein held. ich bin noch nie so sehr gebraucht worden wie jetzt gerade. aber ich bin einfach kein held.... but...I promise... I'll be doing my best...
17.8.06 01:24


so long, sweet summer.

das ende eines sommers, der beginn einer neuen zeit. vor einem jahr begann mein leben neu, so kommt es mir nun jedenfalls vor. man knüpfte neue bande, die innerhalb weniger monate zu festen stricken wurden, zum netz, in das man sich fallen lassen konnte, in dem man aufgefangen wurde. man konstellierte die person um sich herum neu, die prioritäten verschoben sich, einiges wurde intensiver, manche beziehung leider schwächer, oberflächlicher. vor einem jahr begann es, in holland. eine beziehungsreise. erst als diese zu ende ging, merkte man, was man daraus gewonnen hat, und wünschte sich, man hätte sich anders verhalten. manchmal muss man eben durchs feuer. das merkte man im kommenden herbst. die allgemeine, kollektive herbstdepression legte sich auf einen kleinen freundeskreis, der sich die "innenwelt" nannte und sich vorwiegend im eiskaffee zu krokantbechern traf, in bildern sprach und den verlust eines freundes beklagte. daran hing es sich auf, man löste sich recht glanzlos voneinander, fand sich in geringerer zahl, die innenwelt zerfiel wie von ihrer selbstzündenden depression zerfressen. manchen blieb die stimmung erhalten, bis heute, mancher sehnt sich noch heute nach den lichtern, von denen man im herbst lebte. ich für meinen teil fühlte mich im dezember wie tot. leer. unbeschwertheit brachten nur die schlittenfahrten mit der "familie". selbst an weihnachten war man bei der wahlverwandtschaft. das neue jahr kam, begann mit den besten freunden traditonsgemäß bei mir zu hause, ein unglaubliches beziehungsgewirr. in der stunde des jahreswechsels lag man sich in den armen, drei stunden später weinte jeder für sich allein. ich im abgelegensten raum des hauses. weniger tragisch. nur ein zeichen dafür, dass die leere im herzen nicht gesopft wurde, dass die wunde noch blutete. im januar. man hörte auf, zu essen. wurde stattdessen von seinen gefühlen zerfressen. man bereitete den anderen soviele sorgen. mir kann man nicht helfen. dass sie mich trotzdem nicht aufgegeben haben, das vergesse ich ihnen niemals. der februar kam, und mit ihm sollte alles besser werden, hatte man damals im herbst beschlossen. nichts änderte nicht. nothing ever changes. außer einer überschwenglichen begeisterung für einen franzosen. monsieur. der gute portugiesische rotwein, chere madame. lange e-mails. lange gespräche. liebeslieder, fast schon kitschig. flüchtige blicke. lange augenblicke durch die gesichter der menge hindurch. man schwebte auf wolke sieben und fiel dazwischen umso tiefer in seine löcher zurück. bis zum nächsten flüchtigen blick, zum nächsten "sie haben eine neue e-mail". der märz kam. seit jahresbeginn unglaublich viele fehlstunden angesammelt. krank. fertig. am ende. der 15. märz. never to forget. "wenn er wieder krebs hat, sterbe ich" ungewissheit. der beginn der schlaflosen nächte. der 15.märz. "wir müssen ihnen mitteilen...es tut mir leid." tears come stream down your face. aus dem kleinen arztzimmer. nur noch gerannt. gerannt. weiter. und immer weiter. bis zur erschöpfung. tränenreich in eine höhere liga. gegen die mauern getreten. immer wieder. durch die hölle gegangen. die nächsten wochen, monate. nocheinmal gestorben. kein schlaf. dieselbe cd im cd-player rauf und runtergehört. selbst zusammengestellt. eine cd, nach deren letztem lied man sich am liebsten umbringen würde. und kettcar natürlich. die ständigen fahrten nach mainz. das beklemmend kleine zimmer in der uniklinik. der mundschutz, der einem die letzte atemluft raubt. der furchtbare geruch vom desinfektionsmittel. erschöpft auf einem stuhl sitzend. am ende der physischen und psychischen kräfte. kraft weitergeben, die man selbst nicht mehr hat. soviel sorgen, die einen quälen. der kampf um leben und tod. ein spiel. wie stehn die chancen? knowing nothing is better than knowing at all. little black spot on the sun. I have stood here before inside the pouring rain. queen of pain. returning nightmares, only shadows. when you feel so tired but you can't sleep. dead on the surface, screaming underneath. nur noch bleich durch die schule geschlichen, bei jeder gelegenheit musik in den ohren. am ende. unglaublich froh über die menschen, die sich sorgen, die mitfühlen, die freunde, die einen aus dem loch herausziehen wollen, die immer da sind. zu jeder zeit. always. "will dich finden und ans licht zerren." diese freunde. ohne die ich vielleicht sogar nicht mehr am leben wäre. 30. April ein konzert. ein tolles konzert. dennoch tragischer höhepunkt. am bahnhof ein plakat. bierwerbung. alpen, wiesen. und das gefühl- ich muss hier weg. unbedingt. sonst...sonst... morgen fahr ich weg. kommt jemand mit? nein. traut mir ja keiner zu. während der schulzeit. eine woche vor dem achtzehnten geburtstag. nachts den rucksack gepackt und am morgen des 1. mai im zug nach frankfurt. und von frankfurt nach wohin-du-willst. ein unbeschreibliches gefühl. im zug nach nirgendwo. von der verzweiflung fortgetrieben. flucht aus der realität. dennoch ein hauch von freiheit. und obwohl die tränen die wangen hinunterlaufen, hat man ein lächeln auf dem gesicht, während man aus dem zugfenster schaut, denn irgendwie hat man das gefühl, das nun alles besser werden muss... abends fuhr ich in den münchner hauptbahnhof ein. ziellos. abenteuerliche suche nach einer unterkunft in dachau. kein platz in der jugendherberge. müde ins bett eines kleinen hotels gefallen. der zimmerschlüssel, den ich versehentlich mitnahm, liegt noch heute auf meiner fensterbank. freunden und der familie zu hause viel kummer bereitet "miri, verdammt, wo bist du?" zuhause wäre ich gestorben... münchen. mit der u-bahn richtung münchner freiheit die freiheit in münchen genießen. oft im englischen garten. starnberg. mein geburstort. bayern, meine wahlheimat. auch wenn das jetzt kitschig klingt. jugendherberge thalkirchen. und dann weiter nach bayreuth. wundervolle stadt. wiedersehn mit freunden. noch ein tolles konzert, das mir den titelsong meiner kleinen reise liefert. "wenn das hier ein kinofilm wär, würd ich aus dem kino rennen... wir fahrn immer weiter raus, einfach immer gradeaus, wie sich die wolken wegbewegen. durch den sommerregen, der sonne entgegen. es wird schon gehn..." back home again. endlich achtzehn. und immer noch nicht ausgezogen. die neu gewonnene kraft hält nicht lange an, man hat ja auch einen schweren husten aus bayern mitgebracht. juni. kursarbeiten. wieder und wieder schlaflose nächte. geschichtsleistungskursarbeit. die nacht zuvor auf dem spielplatz verbracht, auf der schaukel, dann auf dem boden. eine ganze flasche wein getrunken. die seele aus dem leib geheult. stop crying your heart out. von wegen. dieses lied bewirkt doch immer das gegenteil. der höhepunkt der verzweiflung. der perspektivslosigkeit. der sorgen. des kummers. fear is the heart of love. eine stunde schlaf. in der ersten stunde vor der arbeit gesessen. losgeschrieben. mit zitternden händen. die buchstaben klein und zerbrechlich, wie ich sie von mir nicht kenne. keine antworten auf die gestellten fragen. vielmehr eine bankrotterklärung. ein einblick in meine zerstörte seele. meine gefühlslage. früh abgegeben. nach hause gefahren. ein leeres blatt in der lateinarbeit abgegeben. die deutscharbeit. zwei sätze. für mehr reichte der verstand nicht. immer wieder aus dem klassenzimmer raus aufs feld gerannt. mit kettcar im ohr. "das leben ist eine komödie für jene, die denken, eine tragödie aber für jene, die fühlen". abgegeben. daraufhin gespräche mit lehrern, der mss-leiterin. sie hat meine bankrotterklärung gelesen. "1. du hast eine außergewöhnliche sprachliche begabung, 2. ich denke du hast eine schwere depression und brauchst professionelle hilfe." peng. ja, ich bin krank. ein teil von mir weiß das. aber mein stolz... es ist nicht leicht, es einzusehen. mein kopf, mein verstand, meine intelligenz ist das einzige, was ich habe. das habe ich mein ganzes leben lang mehr oder weniger geglaubt. die arroganz darüber vor mir und anderen versteckt. so gut wie möglich. und nun? mein kopf, mein verstand. krank. ich habe ihn wohl verloren, den verstand, mein kapital. was bleibt mir, wenn ich meine geisteskraft verloren habe. wenn mein hirn eine tickende zeitbombe ist, eine selbstvernichtungsanlage? man kann mir nicht helfen. mein verstand, meine gedankengänge sind zu verworren. vergiss nur einmal deinen stolz. sehr viel verständnis, sehr viel unterstützung und kooperation, und außergewöhnlich viel mitgefühl und einfühlvermögen seitens der schule. man merkt oft erst, wenn man am boden ist, wie gut man es hat, wieviele hände einem in der not aufhelfen. und so wurde ich die letzten vier schulwochen vor den sommerferien krankgeschrieben, mit der waghalsigen plan, mein leben in ordnung zu bringen. zwei therapiestunden bei einer zu oberflächlichen therapeutin, was mich zumindest in meiner eitelkeit bestätigte. die angst blieb, tag 0 kam näher. der tag der knochenmarkstransplantation meines bruders. wieder schlaflos. doch...alles weitgehend komplikationsfrei. ferien, rock in die ferien. in unserer schule. eine gute-besserungs-karte von meiner ganzen stufe. wehmut und freude zugleich, als ich sie am letzten schultag alle abends traf. eine übernachtung neben dem sportplatz unterm sternenhimmel. eine autofahrt mit lauter musik und sommerfeeling. der sommer unseres lebens. dani california. das knieband überdehnt auf dem konzert. krücken. kinderfreizeit. magenschmerzen. endoskopie. anders als gedacht. frühzeitig nach hause. der geburtstag vom king. mit blues, lagerfeuer, gitarre und schlägereien. die tage vor der segelfreizeit. ein event, dem man im vorhinein viel aufmerksamkeit schenkte, viele gedanken, dem man mit skepsis, oder auch vorfreude entgegenfieberte. 30.7. zwei busse voller konfliktpotenzial. verschiedenste beziehungskisten. holland. meer. viel wein. einige stunden in den dünen...beziehungskisten eben. viel gelacht. geweint. nachgedacht. nachrichten von zu hause. tränen. freunde. segeln. oh jack. bruise. pristine. serene. frei. windstärke 5/6. my love. bei regen im gemeindebus. duschen. fou. gollum. meer. meer. meer. sand. strand. sunset, sunsrise. meer. mein gesamteindruck: wundervoll. einmalig. heldenzeit. umso schlimmer das gefühl auf dem heimweg. ich will hier nicht weg. ich will nicht von euch getrennt werden. nach hause...nein. this place is no longer my home. all this pain and sorrow. bitter. einfach nur bitter. heimatlos. die nacht wieder auswärts verbracht, der versuch die bilder aufrecht zu erhalten. der wein. dann der abend darauf. ja, das habe ich verdrängt all die monate, wochen, tage, die glücklichen stunden lang. don't leave me, my love. abschiedsfest. so long and thanks for all the fish. to ireland. zuviel dornfelder. blaue lippen. hand in hand durch den regen gerannt. klitschnass. ein letztes mal für lange zeit bei der "familie" übernachtet. deja-vu. letztes jahr, holland. und die tage danach... the last few days. and we spend them together. tränenreich. man fasst es nicht. will es nicht fassen. schreibt geschichten für den zeitvertreib während eines siebenstündigen aufenthaltes in stansted. eine schöne, zauberhafte, märchenhafte, aufmunternde geschichte sollte es werden. sie wurde leider todtraurig. und am flughafen tropften viel zu viele tränen auf diese unglückselige geschichte, die sich zur trauer bückte. 10.8. abends. die stunde des abschieds. neun monate. neun monate. eine orangene blume, einen apfel und ein kühles heineken zum trost. my beautiful orange flower... auf der schaukel gemeinsam getrauert. alleine durch den regen gelaufen. the places you have come to fear the most. in den ohren die musik vom märz. my beautiful orange flower. all I got now. in der nacht wachgeblieben bis zu einem lebenszeichen aus stansted. die nächsten tage wie im traum. mein bruder wieder zu hause. er braucht mich. mit mundschutz. wenigstens einer, der mich braucht. und schon habe ich das gefühl, dass ich dem nicht gerecht werden kann, dass ich es nicht schaffe. samstag abend bei den jungs. wie früher. so wohl habe ich mich lange nicht mehr gefühlt. sonntag gemeinsames frühstück. am nachmittag ist er schon wieder weg. und heute? mit brian durch den regen gegangen, während in irland jemand mit ihm frühstückte. the truth is, that I miss you. I need you. without you I'm nothing. nothing at all. tick tock. ein geburtstag heute abend. nett. danach mit dem fahrrad den berg hoch. 16% steigung. das ging besser, bevor ich 6 wochen lang probleme mit den beinen hatte... eine wundervolle nacht. windig. bewölkt. der mond kommt immer wieder durch die wolken durch. mehrere stops mit tiefem durchatmen und blick auf die lichter der stadt. die musik. I really want you. and... See you soon. the truth is, that I miss you. eine sms, eine halbe stunde zuvor. "vermisse dich. love...always" miss you, too. sleep well, my love, on your island in the sun. I'll be doing my best to see you soon... So long, sweet summer...
15.8.06 04:40


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